Shoah film series

 

Berlin Babylon: 50 Films from 75 Years

In September 2018 Berlin’s cultural centre Babylon hosted a series of film screenings and public discussion events on the Shoah and its impact on today’s cultural and political life. The series was curated by Cathy Gelbin, Professor of Film and German Studies at Manchester University and CJS Fellow, and held under the patronage of Thomas Krüger, President of the German government’s Federal Office for Political Education. It was dedicated to the late filmmaker Claude Lanzmann, whose documentary Shoah (France, 1985) set new standards for Holocaust film.

In collaboration with Berlin’s Memorial for the Murdered Jews of Europe, the Moses Mendelssohn Centre for European Jewish Studies Potsdam and the Federal Foundation Magnus Hirschfeld, Babylon screened feature films from Wolfgang Staudte’s Murderers Among Us (Germany, 1945) through to László Nemes’s Oscar-winning Son of Saul (Hungary, 2015), documentaries from early concentration camp footage through to a retrospective of Claude Lanzmann’s entire oeuvre, as well as Shoah survivor testimonies filmed in Germany since the 1990s. The series, which came amidst a renewed outbreak of right-wing extremism in Germany, drew nearly 4,000 interested visitors during the two weeks of its running.

You can listen to Thomas Krüger’s opening address at Babylon Berlin on 16 September 2018 (mp3, 13.5MB).

You can listern to Cathy Gelbin's three related interviews with national and local German radio stationsmon 20 September 2018.

 

 

Shoah Filmtage am Berliner Babylon

16.-30. September 2018

Sie waren die beiden großen Antipoden im Ringen um eine adäquate filmische Darstellung der nationalsozialistischen Verbrechen: der unlängst im Alter von 92 Jahren verstorbene französische Dokumentarfilmer Claude Lanzmann, dessen sparsames Epos Shoah 1985 neue Maßstäbe für den Holocaustfilm setzte, und Steven Spielberg, dessen opulenter Spielfilm Schindlers Liste vor 25 Jahren in die Kinos kam und der nun seinerseits als ultimatives Werk zum Thema galt. Der filmischen Spur der beiden Kontrahenten widmet sich das Babylon, das vom 16.-30. September 2018 50 internationale Filme zum Thema Holocaust zeigen wird.

In Zusammenarbeit mit dem Berliner Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien Potsdam zeigt das Babylon die Höhen und Tiefen des Holocaustfilms von Ernst Lubitschs Sein oder Nichtsein (1942) bis hin zu Mick Jacksons Verleugnung (2016). Inspiriert durch den Widerstreit zwischen Lanzmann und Spielberg gehören Werke wie Lajos Koltais Roman eines Schicksalslosen (2006) und László Nemes’ Oskar-gekrönter Sauls Sohn zu den bewegendsten und künstlerisch mutigsten Filmen schlechthin.

Höhepunkte der Reihe bilden die Eröffnungsveranstaltung mit Frank Beyers Jakob der Lügner am 16. September 2018, bei der u.a. Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung und Schirmherr der Shoah-Filmtage, sowie Daniel Baranowski von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und Julius H. Schoeps, Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums zum Thema „Holocaust-Erinnerung für die Zukunft“ debattieren werden.

Am 19. September zeigt das Babylon erstmals eine Serie bislang nicht im Kino vorgeführter Videointerviews mit Holocaustüberlebenden in Deutschland mit einer Einleitung durch das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien der Universität Potsdam. Während der Veranstaltung wird das Publikum die Möglichkeit haben, mit am Projekt beteiligten Wissenschaftlern, Interviewern sowie Angehörigen der Überlebenden ins Gespräch zu kommen. Des weiteren veranstaltet das Babylon eine Retrospektive aller Filme Claude Lanzmanns, der noch kurz vor seinem Tod seine Teilnahme an den Filmtagen zugesagt hatte.

Anlässlich des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht im November diesen Jahres will das Babylon mit der Reihe dazu beitragen, dass die noch immer gegenwärtige Vergangenheit im Zeitalter zunehmender Unwissenheit vor allem unter jungen Menschen nicht in Vergessenheit gerät.

Termine

16. September 2018:

17.00:

Eröffnungsansprache Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung; Vorführung von Jakob der Lügner

 

18.45-20.15

 

19. September 2018, 18.00:

Erstmalige Kino-Vorführung von in Deutschland aufgenommenen Videointerviews mit Überlebenden der Shoah

mit einer Einführung durch Mitarbeiter des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien Potsdam sowie der einmaligen Gelegenheit, mit den anwesenden Angehörigen der Überlebenden und ehemaligen Interviewern am Projekt ins Gespräch zu kommen.

22. September 2018, 18.00:

Felix Möller, Harlan – Im Schatten von Jud Süß (Deutschland 2008) / Jessica Jacoby, Roads (Deutschland, 2017)

In Felix Möllers und Jessica Jacobys im Dialog gezeigten Dokumentarfilmen setzen sich die Nachfahren von Veit Harlan, der mit seinem antisemitischen Film Jud Süß zum Meisterregisseur des Nationalsozialismus avancierte, mit ihrem Verhältnis zu Harlan und zur deutschen Vergangenheit auseinander. Während Felix Möller die Kinder und Enkel Veit Harlans zu diesem Erbe befragt, spürt Harlans Enkeltochter Jessica Jacoby, die auch in Möllers Film auftritt, in ihrem Film Roads ihrer jüdischen Familiengeschichte nach. Mit anschließender Diskussion in Anwesenheit der beiden Regisseure Felix Möller und Jessica Jacoby.

26. September 2018, 20.00

Malte Ludin, 2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß (Deutschland 2005).

Der Dokumentarfilm zeigt die schmerzliche Auseinandersetzung mit den Familienlegenden um den Nazitäter Hans Ludin und dessen Verbrechen in der Slowakei. Ludins jüngster Sohn Malte Ludin ist der Regisseur. Mit anschließender Diskussion in Anwesenheit von Malte Ludin und seiner Produzentin Iva Švarcová.